Überlebensanzüge
Die sogenannten Überlebensanzüge (auch Eintauchanzüge / Immersion Suits) stellen Seenotkälteschutzanzüge dar, die dem Schiffbrüchigen im Seenotfall ausreichend thermischen Schutz gewährleisten sollen, um eine gewisse Zeit im kalten Seewasser zu überleben. Die Überlebensanzüge sind speziell für die Besatzungsmitglieder eines Frachtschiffes gedacht, die sich im Seenotfall auf dem Weg zu den Rettungsinseln bzw. Rettungsbooten befinden, diese aber nicht mehr rechtzeitig erreichen können. Mit dem angelegten Überlebensanzug erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass diese Besatzungsmitglieder die Rettungsinseln bzw. Rettungsboote erreichen und somit überleben, erheblich.
Gemäß SOLAS, Kapitel III, Vorschrift 32.3.2 ff. und MSC.152(78) muss jedes Frachtschiff ab 1. Juli 2006 mindestens einen SOLAS-zugelassenen Überlebensanzug für jede Person an Bord mitführen. Jeder Flaggenstaat kann darüber hinaus eine zusätzliche Anzahl von Überlebensanzügen je nach Beschaffenheit des Schiffes festlegen.
Frachtschiffe, die die Flagge eines EU-Staats führen, fallen unter die European Marine Equipment Directive (MED). Die Überlebensanzüge müssen daher MED-zugelassen sein und das Steuerrad als Symbol führen. Überlebensanzüge, die eine solche Zulassung besitzen, finden Sie auf der Internetseite des Germanischen Lloyds (Germanischen Lloyds) oder der europäischen MARED Datensammlung (Mared).
Überlebensanzüge lassen sich nach den folgenden Typen unterscheiden:
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Überlebensanzüge ohne eigenständige Isolierung; müssen immer zusammen mit warmer Kleidung und einer zugelassenen Rettungsweste getragen werden; eine Kennzeichnung ist erforderlich, dass diese Anzüge zusammen mit warmer Kleidung getragen werden müssen;
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Überlebensanzüge mit eigenständiger Isolierung, die aber die Auftriebsvorschriften von MSC.81(70) nur mit einer Rettungsweste erfüllen; müssen immer zusammen mit einer zugelassenen Rettungsweste getragen werden;
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Überlebensanzüge mit eigenständiger Isolierung, die die Auftriebsvorschriften von MSC81.81(70) ohne eine Rettungsweste erfüllen; diese Anzüge sind mit einem zugelassenen Licht, einer Trillerpfeife und einem Auftriebskörper im Nacken-/Schulterbereich ausgestattet; auch wenn diese Anzüge nicht mit einer Rettungsweste getragen werden müssen, muss trotzdem eine Rettungsweste für jede Person an Bord mitgeführt werden.
Die Wärme, die in einem Überlebensanzug vorherrscht, wird beeinflusst durch:
- die Außentemperatur
- die Wärme, die der Körper produziert
- und den Isolationswert des Überlebensanzugs (auch CLO-Wert genannt)
Ein hoher Isolationswert indiziert eine bessere Warmhaltekapazität. Ein CLO-Wert von 0,75 (höchste Klasse) zeigt beispielsweise an, dass dieser Überlebensanzug Schutz für durchschnitllich 6 Stunden in 0° C kaltem Wasser gewährt.
Überlebensanzüge werden meist in einer Standardgröße und einer Übergröße hergestellt. Es muss sichergestellt sein, dass jeder Person an Bord ein Überlebensanzug in passender Größe zur Verfügung gestellt wird.
Die Rettungswesten, die in Kombination mit einem Überlebensanzug getragen werden, sollten einen Auftrieb von 275 Newton aufweisen.
Die Wartung von Überlebensanzügen beschränkt sich derzeit auf eine monatlich durchzuführende, visuelle Inspektion durch die Besatzungsmitglieder sowie einem Luftdrucktest, der mindestens alle drei Jahre durchgeführt werden muss. Der Luftdrucktest sollte vorzugsweise bei einer vom Hersteller autorisierten Wartungsstation durchgeführt werden (MSC/Circ. 1114), kann aber auch an Bord vorgenommen werden, sofern ausreichende Sachkenntnis und entsprechendes Training vorliegen.
Die Diskussion um den "richtigen" Überlebensanzug wird in den internationalen Gremien, wie dem Maritime Safety Committee (MSC), weitergeführt, um eine sinnvolle und funktionsgerechte Vereinheitlichung der verschiedenen Ausstattungsmerkmale (z. B. Gesichtsschutz gegen Spritzwasser) herbeizuführen.